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Düsseldorf, Philipshalle, 01.11.2005 (Quelle: rga-online.de)

Generation Oasis

Sandra

Liam und Noel Gallagher rockten am Dienstag ihr Publikum

Die Ungewissheit macht es spannend bis zur letzten Sekunde. Werden Liam und Noel sich vertragen? Werden sie zumindest für ein paar Stunden auf der Bühne harmonieren? Oder platzt das Konzert kurzfristig wegen irgendwelchen brüderlichen Streitigkeiten? Was das angeht war das Oasis-Konzert in der Düsseldorfer Philipshalle fast schon langweilig. Ein Skandal blieb aus. In die Arme gefallen sind sich die Gallagher-Brüder zwar nicht, aber sie haben sich auch nicht die Köpfe abgerissen.

Wenn Noel singt, geht Liam von der Bühne. Posen im Schatten seines Bruders ist offenbar nicht sein Ding. Er braucht die uneingeschränkte Bewunderung der Fans. Mit stoischer Mine steht er am Bühnenrand. Lächeln oder gar tanzen? Undenkbar. Sein halbes Gesicht ist von einer Sonnenbrille verdeckt während er sich bückt, um- wie nur er es kann - von unten ins Mikro zu nölen. Den Rücken dreht er dem Publikum diesmal nur einmal kurz zu – vielleicht haben die Britpopper endlich begriffen, wie viel sie ihren Fans verdanken. Artig applaudiert Liam der Menge, sogar einige unverständlich genuschelte Worte richten die Gallaghers an das Volk.

Mit „Turn up the sun" beginnen die Briten ihr Konzert. Die Vorgruppe „The Coral" feuerte zwar eine großartige Mischung aus Rock, Country, Punk und Pop ab, doch die Fans zeigten sich unbarmherzig und versuchten mit „Oasis"-Sprechchören Liam und Noel herbeizugrölen.

Zum Klatschen oder Mitsingen müssen Oasis ihr Publikum nicht animieren. Die Hände sind immer oben. Selbst wenn Liam mit einem Schellenkranz zwischen den Zähnen über die Bühne tigert und ein bisschen blöd aussieht, dröhnt ihm der Applaus entgegen. Bei der Zugabe „Don‘t look back in anger" muss Noel fast schon darum kämpfen auch mal eine Zeile singen zu dürfen.

Ihr Egomanen-Image pflegen die Mannen aus Manchester: Den Klassiker „Live forever" nutzt Liam, um sich einen Schellenkranz aufzusetzen wie einen Heiligenschein. Zahlreiche Fotohandys blitzen, um den Moment für die Ewigkeit festzuhalten. Das Tamburin fliegt ins Publikum. Es wird das Prunkstück eines privaten Oasis-Schreins werden.

Rausschmeißer ist die Mod-Hymne „My generation" von The Who. Mit einem Knall und einer Prise Rebellion wird die Generation Oasis in die Nacht entlassen. In Zorn wird auf diesen Abend niemand zurückblicken.

Düsseldorf, Philipshalle, 01.11.2005 (Quelle: rga-online.de)


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