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Stuttgart, Messe B, 28.11.2002 (Quelle: yahoo.de)

Legende nur vom Band - Rüpelrocker Oasis enttäuschen bei Tourneestart

Stuttgart (dpa) - Beim Start ihrer Deutschlandtournee hat die Pop- Band Oasis am Donnerstagabend in Stuttgart enttäuscht. In 90 weitgehend spannungs- und vor allem lustlosen Bühnenminuten spulte das Quintett ihre neuen Stücke und alten Hits herunter, vom jüngsten Album bis zu einem der ersten Hits. «Exist» forderte die Leinwand auf der Bühne in fetten weißen Lettern, doch die Briten zeigen nur wenig lebendigen Konzerteifer. Rund 3000 Fans in der fast ausverkauften Messehalle wurden ohne Zugaben nach Hause verabschiedet - mit dem legendären Erfolg «Wonderwall», vom Band gespielt.

Auf dem Weg zum Zenit ihrer Karriere hatte sich lange der musikalische Erfolg gesellt zu Pöbeleien, Größenwahn und Respektlosigkeit der beiden stets zerstrittenen Gallagher-Brüder und dem eher gesichtslosen begleitenden Trio. Dem Debütalbum «Definitely Maybe» (1994) folgten Superlative und Schlagzeilen. Oasis wurde zeitweise als wichtigste Rock 'n' Roll-Band ihrer Generation gerühmt, als erfolgreichster britischer Musikexport seit den Beatles, die die Rocker immer wieder geradezu aufdringlich imitieren.

Zumindest in den vergangenen Jahren, auf jeden Fall aber bei den jüngsten beiden Alben konnten sich die «Streithähne aus Manchester» allerdings nur durch medienwirksam inszenierten Brüderzwist, dröhnende Versöhnungen und unflätige Auseinandersetzungen Liams mit Kollegen aus der Branche in Szene setzen. Nur hin und wieder flackerte zwischen dem Durchschnittlichen auch das unbestreitbare Talent auf, ansonsten warfen Kritiker der Band sogar «Einklang auf dem Weg in die musikalische Sackgasse» vor.

Vielleicht liegt die zunehmende Kritik an Oasis aber auch am schmallippigen Auftreten der Band, das so gar nicht zu dem passen will, was die Briten nach ihrem wenig erfolgreichen fünften Studioalbum «Heathen Chemistry» dringend nötig haben: gierige Fans und breitere Anerkennung. Gewohnt lässig und Kaugummi kauend latscht Sänger Liam Gallagher über die Bühne der Stuttgarter Halle, nuschelt routiniert, fast gelangweilt und nach vorne gebeugt seine Texte in das Mikrofon, während sein älterer Bruder Noel geradezu regungslos die Gitarre schlägt.

Nach dem gut gesetzten Hit «Hello» zum Auftakt und «The Hindu Times» wird das Klangbild unpräzise und vor allem unmotiviert. Sogar bei der Klavierballade «Stop Crying Your Heart Out» bleiben die Feuerzeuge als übliches Melancholiebeiwerk in den Hosentaschen. Kein Wort verliert Oasis zudem an die begeisterungsfähigen Fans, nur rockendes Gegröle und mächtige Soundwände, bis sich die Konturen der ohnehin gleichförmigen Gitarrensongs in einem hoffnungslos übersteuerten Musikbrei verlieren. Das mag in der bisherigen Oasis- Karriere Tradition geworden sein - für eine Begeisterung ist es zu wenig und verkommt zum Klischee.

Die akustische Soloeinlage des eigentlichen Liedermachers Noel zum Stück «Little by Little» weckt nach einer guten Stunde noch Hoffnungen auf Qualität - umsonst, der lang erwartete Tourneeauftakt zeigt sich ideenlos. Den Beifall nehmen die Gallaghers auch bis zum Abschluss des Auftritts kaum zur Kenntnis. Ohne größeren Applaus und das Einfordern von Zugaben strömen die Fans schließlich aus der Halle, begleitet von «Wonderwall» - eine Plattenversion, die zumindest daran erinnert, welche charismatische Band einst unter dem Namen Oasis um die Welt rüpelte und rockte.

Stuttgart, Messe B, 28.11.2002 (Quelle: yahoo.de)


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