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Zürich, Hallenstadion, 25.11.2002 (Quelle: tagesanzeiger.ch)

Konsequent fies

Der narkotische Rock von Oasis im Hallenstadion: schludrig, stimmig, arrogant.

Nach einer Dreiviertelstunde war es soweit. Liam Gallagher, der Sänger und böse Bube der englischen Popband Oasis, verlor die Nerven. Die Ballade "Stop Crying Your Heart Out" war ihm zu langsam geraten, seine Anfeuerungsgesten waren folgenlos geblieben. Der berechenbar Unberechenbare sang das Lied zu Ende, schleuderte dann seinen Schellenring gegen das Schlagzeug und ging wortlos ab.

Es war dies der Punkt, an dem die betonte Unschlüssigkeit in eine beeindruckend konsequente Demonstration von Arroganz umschlug. Bis zu den Zugaben sollte Liam nur noch für zwei Songs auf die Bühne kommen, den restlichen Gesang überliess er Bruder und Gitarrist Noel. Dieser stimmte wenig später alleine mit einer akustischen Gitarre zweimal Oasis' grösster Hit "Wonderwall" an. Allerdings nur die erste Zeile. Er hatte sich eineneue Gesangslinie ausgedacht, das Publikum sang lautstark die altbekannte, und das wurde mit Abbruch bestraft: "Ihr macht es kaputt!", kommentierte Gallagher.

Das Montagskonzert im Hallenstadion bewies, dass Oasis mehr mit James Dean als mit den Beatles zu tun haben. "Destroy", verkündete der Vorfilm, in der Musik aber verwandelte sich die Rebellion in hoch empfindlichen Überdruss. Man fühlt sich lethargisch, schön und verloren, man begibt sich in schützenden Breitwand-Trance-Pop, man mag voller Zorn sein, aber selbst in triumphalen Phrasen wie "We're gonna live forever" schwingt mehr Bedauern als Freude mit.

Dieses Universum lebemännischer Dekadenz setzten Oasis allerdings trotz des weitgehend miserablen, pappigen Sounds sehr stimmig um. Ihr Songmaterial, von "Morning Glory" bis "Born On A Different Cloud", ist schlicht und einfach gut, ihre Haltung bis ins Letzte fies: Nach der Zugabe bleib es dunkel, und zum Unmut des Publikums ertönte das zuvor ungespielt gebliebene "Wonderwall" ab Konserve, während die Raoadies bereits die Instrumente abbauten.

Zürich, Hallenstadion, 25.11.2002 (Quelle: tagesanzeiger.ch)


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