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London, Finsbury Park, 05.07.2002 (Cocktail (Beilage der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung), 12.07.2002)

Liam Gallagher steht einfach nur da. Steht da und rotzt auf den Boden. Der Mann pflegt seine schlechten Gewohnheiten. Und die 40000 im Finsbury Park jubeln ihm auch noch zu - so ist das eben, wenn man ein Rock 'n' Roll-Star ist. Es ist der 5. Juli, der erste von drei Gigs in der für Oasis zweitwichtigsten britischen Stadt. Und es hat weniger als vier Stunden gedauert, bis sämtliche Tickets für dieses Wochenende auf dem Open-Air-Areal im Nordosten Londons an den Mann (und wenige Frauen) gebracht wurden. Für die Herren aus dem Norden Engelands ist es die Rückkehr auf die große Bühne, die sie seit zwei Jahren nicht mehr betreten hatten. Und die entsprechenden Erwartungen der Fans werden erfüllt. "Hello" heisst der Opener- der Song, in dem Liam die wegweisenden Zeilen "It`s Good to be back, Yeah it`s Good to be back" herausshoutet. Danach "The Hindu Times", dann "Hung in a bad place" (das sich verdammt nach "Roll with it anhört) der Meute bleibt kaum ein Moment zum Durchschnaufen. Die Engländer hüpfen, sie grölen jede einzelne Zeile mit, sie feiern ihre Heroen.

Das ist genau das, was Noel Gallagher wollte. Der Gittarist und Songwriter - damit quasi der musikalische Motor der Band- hat nämlich einen Tag vor diesem krachenden Event in einem Interview mit BBC gesagt: "It`s fuckin` fantastic when almost 50 000 people jump up and down and party your songs." Natürlich gibt es Überraschungen. In der Setlist beispielsweise, in die "D'you know what I mean?" in einer angenehm aufgemöbelten Version wieder aufgenommen wurde, dafür diesmal aber "Wonderwall" fehlte. Oder im Umgang des Gallagher-Gespanns untereinander - denn entgegen der üblichen bedachten Boshaftigkeiten lachen sie sich sogar an. Und gegenüber den frenetischen Fans lässt sich Liam - ständig Kaugummi kauend - sogar zu einem emotionalen "We Love you" hinreissen. Das vor zwei Jahren? Nein, keine Chance!

Drei Beweise, dass die Britten die wohl besten Besucher eines Oasis-Konzerts sind, gibt es während der 95 Minuten. Den ersten bei der aktuellen Sinlge "Stop Cryin` your heart out", bei der es keiner drei Worte bedarf, bis einem die kollektive Chorgemeinschaft eine Gänsehaut in den Rücken treibt. Die beiden weiteren Momente der besessenen Begeisterung passieren bei "Live forever" und natürlich bie "Don`t look back in anger", der Mutter aller Zugaben. Da macht er dann auch nichts mehr aus, dass zwei mittelschwere Unwetter während des Vorprogramms (u.a. mit dem einmahl mehr groß aufspielenden Black Rebel Motorcycle Club) den Boden des Parks in einen rutschigen Modder-Matsch verwandelt haben.

Die Masse wird von der spärlichen Bühne aus (die Band plus ein Gast-Keyboarder plus wenige Video-Walls)überwiegend mit Material vom aktuellen Album "Heathen Chemistry und dem Klassiker "(What`s the Story) Morning Glory" verwöhnt. Und zum Schluss greifen die Manchester-Mannen noch einmal in die klassische Cover-Kiste: Mit "My Generation" von The Who (natürlich dem kürzlich verstorbenen John Entwhistle gewidmet) endet die Show - eine Show von echten, großen Rock`n`Roll-Stars.

London, Finsbury Park, 05.07.2002 (Cocktail (Beilage der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung), 12.07.2002)


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