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Nürnberg, Rock im Park, 11.06.2000 (Musikexpress / Sounds August 2000)

Oasis sind am Sonntagabend selbst im Vollrausch kaum zu ertragen. Vor ein paar Wochen erst hat Gitarrist Noel Gallagher seinem Bruder Liam den Kram (vorerst angeblich vorübergehend) hingeschmissen und eine völlig führungslose Band hinterlassen. Jetzt muß Liam nicht nur seinen schlechten Ruf alleine verteidigen, sondern auch noch etwas Neues suchen, an dem er seine permanenten Aggressionen pflichtschuldig austoben kann. Am Vortag hat deshalb die Band-Garderobe von "Rock am Ring" dran glauben müssen, heute holt er zum totalen Rundumschlag aus, trifft das Publikum und letzten Endes sich selbst. Daß Liam nach betreten der Bühne den Stinkefinger bemüht, ist ja nun nicht weiter der Rede wert. So ist er eben, der Liam. Nur wird danach schnell klar, daß darüber hinaus nichts mehr bemüht wird. "Go Let It Out", eigentlich ein prächtiger Opener, wird so ziellos vergurkt, daß er erst halbwegs identifizierbar wird, als Herr Gallagher zu singen beginnt. Songs wie "Supersonic" oder "Rock n' Roll Star" schleppen sich wie todkranke Patienten über endlose Minuten dahin, bis auch dem letzten im Stadion beide Füße eingeschlafen sind. Da braut sich was zusammen: Das Publikum, noch kurz zuvor von Live trotz Hagel und Gewittersturm zur Höchstform angepeitscht, wird jetzt ernsthaft stinkig. Auf die Bühne fliegt so ziemlich alles, was der enthemmte Festivalbesucher momentan entbehren kann. Aber Liam Gallaghers Schmerzgrenze liegt offenbar wesentlich höher. Ein Song nach dem anderen wird würdelos zu Grabe getragen. Nach einer dreiviertel Stunde gezielter Menschenquälerei verlassen Oasis endlich die Bühne. Der einzige Trost: Zum Glück läßt Gallaghers verfrühter Abgang den Headlinern Pearl Jam im Laufe der Nacht mehr Zeit für einen ausgiebigen Zugabenblock.

Nürnberg, Rock im Park, 11.06.2000 (Musikexpress / Sounds August 2000)


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