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Oasis
Dig out your soul [Vinyl]

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Don't believe the truth (discover.de)

Es gibt viele Gründe, sich auf ein neues Oasis-Album zu freuen. Zum einen schenken die Gallagher-Brüder der Welt jedes Mal mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wenigstens zwei große Songs. Zum anderen ist das die Veröffentlichung begleitende Medienspektakel stets im höchsten Maß amüsant. Dem verbalen Rundumschlag gegen die vermeintliche Konkurrenz (dieses Mal erwischt es u.a. die bekennenden Oasis-Fans Kaiser Chiefs) folgen kleine bis mittelschwere, meist alkoholinduzierte Skandale während der Tour. Sommerloch? Not this year, mate!

Noel, durch mehr als zehnjährige Dauerpräsenz selbst längst zum Medienprofi avanciert, kennt die Mechanismen des Business' und preist das nunmehr sechste Studioalbum allerorts werbewirksam als bestes seit ihrem als Klassiker anerkannten Debüt "Definitely Maybe". Und wünscht sich als ehrgeiziger Musiker, dass seinem eigentlichen Handwerk (der Musik) mehr Aufmerksamkeit zuteil wird. Also: Let the music do the talking.

Drei Jahre haben sich die fanatischen Beatles-Fans für das vorliegende Werk Zeit gelassen, Aufnahmen verworfen und von der anfänglich viel versprechenden Zusammenarbeit mit dem elektronisch versierten Duo Death In Vegas dann doch abgesehen. Vielleicht beweist eine "Anthology"-Serie in Manier ihrer Heroen in 40 Jahren Gegenteiliges, doch für jetzt lässt sich festhalten: Das alles hat dem Album gut getan. Keine Experimente, alles beim (guten!) Alten - so werden es sich die meisten Oasis-Fans gewünscht haben. Akustische und elektrische Gitarren en masse, eingängige Melodien, an den richtigen Stellen Harmoniegesang, augenzwinkernde Zitate.

Gallagher Senior räumt den Kompositionen seiner Bandkollegen seit dem Vorgänger "Heathen Chemistry" zwar Platz auf den Alben ein, stellt aber mit Anzahl und Qualität seiner Beiträge unmissverständlich klar, dass er nach wie vor der Hauptsongwriter der Gruppe ist. Als solcher ist Noel immer dann am Besten, wenn er seine Plattensammlung durchstöbert und aus deren Versatzstücken Neues kreiert. So erweist sich seine Kinks-Hommage "The Importance Of Being Idle" nach mehrmaligem Hören ebenso als Großtat wie das die Stranglers beschwörende "Part Of The Queue". Bei "Mucky Fingers" und der Single "Lyla" bedient sich das Schlitzohr etwas arg dreist bei Velvet Underground bzw. den Rolling Stones, aber böse kann man ihm dafür nicht sein, zu offen kokettiert er mit seinen kleinen Ladendiebstählen im Pop-Fundus: "Derjenige mit der besten Plattensammlung macht die besten Platten, Alter. Das ist die Regel!" Und zumindest in jede gute Plattensammlung gehört ab sofort auch "Don't Believe The Truth".

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Autor: Christian Grün

Quelle: discover.de