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Don't believe the truth (sol.de)
Ganz entspannt: Oasis mit neuem Album
Hamburg (dpa) - So richtig locker ist Noel Gallagher nie gewesen. Zwar hat seine Band Oasis in den neunziger Jahren mit der eigenen Interpretation von Britpop ruckzuck den Starolymp erklommen. Songs wie «Wonderwall» und «Don't Look Back In Anger» galten schnell als Hymnen für die Ewigkeit. Der Bandleader ließ dann auch keine Gelegenheit aus, seine Combo als die beste Band der Welt zu titulieren.
Allerdings lieferten Gallaghers Mannen nach dem grandiosen 94er Debüt «Definitely Maybe» und dem ebenfalls erfolgreichen zweiten Album «(What's the Story) Morning Glory?» nur Mittelmaß. Doch manchmal helfen Abstand und Entspannung - das zeigt das sechste Studioalbum «Don't Believe The Truth».
Dabei fing es mit der neuen Platte gar nicht gut an: Nach der Veröffentlichung des Vorgängers «Heathen Chemistry» gab es flugs schon wieder eine Reihe neuer Songs - wie gehabt alle aus Noel Gallaghers Feder. Und geplant war, diese Stücke möglichst schnell zu einem neuem Album zu machen - nach Ablauf der damals gerade angelaufenen Welttournee. Die Konzertreise fand jedoch ein jähes Ende. Noels Bruder Liam legte sich in einem Münchner Hotel mit anderen Gästen an. Ein paar Zähne blieben auf der Strecke, die Tour ebenso.
Nach kurzer Erholung ging es wieder ins Studio. Zäh wurde um den richtigen Sound gerungen, der sich nach Ansicht von Noel Gallagher nicht einstellen wollte. Die Produzenten wurden unverrichteter Dinge verabschiedet und der Aufnahmeort kurzerhand von Cornwall nach Los Angeles verlegt. Schon in seiner Werdung unterscheidet sich «Don't Believe The Truth» von früheren Oasis-Alben: Diesmal stammen die Songs nicht allein von Noel Gallagher, auch seine Kollegen brachten sich kreativ ein.
Stücke wie das treibende «Turn Up The Sun» von Bassist Andy Bell oder «Meaning Of Soul» von Liam verhelfen dem Album zu einem erfrischenden Bruch. Bisweilen sorgt zudem Zak Starkey, Sohn von Ringo Starr und neuer Schlagzeuger bei Oasis, für druckvollere Drums. Die große Entspannung bei Oasis spiegelt sich auch im Liedgut wieder: «The Importance Of Being Idle» erinnert sehr an «Sunny Afternoon» von den Kinks. Mit «Let There Be Love» fehlt auch eine Hymne nicht. Schon bei den ersten Takten hat man den späten John Lennon am Flügel vor dem inneren Auge. Ein Song aus der frühen Oasis-Schule - geschrieben hat ihn ja auch Noel Gallagher.
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Quelle: sol.de
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