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Don't believe the truth (spiegel.de)
Oasis - "Don't Believe The Truth"
(SonyBMG)
Das nennt man ein Comeback nach Maß: Mit Oasis hatte wohl keiner mehr so recht gerechnet, nachdem die letzten beiden Alben "Standing On The Shoulder Of Giants" und "Heathen Chemistry" eher Mediokres zu bieten hatten. Pünktlich zur Veröffentlichung der neuen Single "Lyla", einem schamlosen Beatles-Rip-Off, präsentierten sich die Brüder Liam und Noel Gallagher nun wieder als jene Rüpel, die man einst lieb gewonnen hatte, und feuerten in der britischen Presse eine Breitseite gegen alle Emporkömmlinge: Kaiser Chiefs? Klingen wie "schlechte Blur". Keane? "Vollidioten". Libertines? "Scheiße". Franz Ferdinands Sänger Alex Kapranos erinnert Liam gar an "fucking Right Said Fred". So weit, so amüsant. Und an wen erinnern Oasis mit ihrem sechsten Album? Klar, wie immer an Beatles (siehe oben), Who ("Mucky Fingers"), Stranglers ("Part Of The Queue"), Velvet Underground und - äh - Beatles. Aber egal, denn durch das neue, jetzt verfestigte Bandprinzip, demzufolge nicht nur die Gallaghers Songs schreiben dürfen, sondern auch Gem Archer und Andy Bell, sind den Britpop-Veteranen aus Manchester ihre solidesten und souveränsten Songs seit langem gelungen. Sogar eine politische Dimension soll sich angeblich in den Textzeilen verbergen, denn die Lügen der Politiker gehen den Arbeiterklasse-Helden gehörig auf die Nerven. Viel Spaß beim Suchen der Botschaft, und währenddessen viel Vergnügen mit dem ersten gelungenen Oasis-Album seit "Revolver"... Nein! "Morning Glory" natürlich! (8)
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Autor: Andreas Borcholte
Quelle: spiegel.de
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