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Standing on the shoulder of giants (earl-grey-hot.de)
Es grenzt schon an ein kleines Wunder, dass wir die Veröffentlichung des vierten OASIS-Longplayers noch erleben dürfen.
Nachdem die Dauer- Showrangelei, Gallagher vs. Gallagher über die Jahre zur müden Tretmühle mutierte und die Glaubwürdigkeit längst den Bach runter war, wurde es nach 6 Jahren Partystimmung plötzlich wirklich ernst. Von heute auf morgen verliessen "Bonehead" und "Guigsy" die Band. OASIS waren ohne Bass und ohne Rhytmusgitarre. Und als ob das nicht genug sei, warf kurze Zeit später auch Creation-Label-Chef Allen McGee das Handtuch. Doch als "Grösste Band der Welt" kann man nicht einfach aufgeben.
Man fand adäquaten Ersatz mit Gitarrist Gem (früher bei den Heavy Stereos) und Bassist Andy Bell (Ex-Ride und Ex-Hurricane#1) und gründete kurzerhand mit "BIG BROTHER RECORDINGS" ein eigenes Label. Ein Neuanfang. Auch privat. Wo früher noch "Sex, Drugs & Rock´n´Roll" regierte, findet man inzwischen verheiratete, drogenfreie Familienväter. Musikalisch jedoch ist man sich treu geblieben.
Die 10 Stücke des Albums, produziert von Mark Spike Stent (u.a. U2, Madonna, Björk, Massive Attack), präsentieren Rockmusik in Reinkultur mit einem leichten Drall ins Psychedelische. Wie immer alles zusammengeklaut. Angefangen bei den Beatles ("Go. Let It Out") über Pink Floyd ("Gas Panic"), bis hin zu "Put Yer Money Where Yer Mouth Is", wofür diesmal AC/DC "beliehen" wurden.
Liam Gallagher gibt mit "Little James" seinen - etwas kitschigen - Songwriter-Einstand. Alles gute Songs. Aber kein "Wonderwall", kein "Some Might Say" und keine "Champagne Supernova".
Nehmen wir ein Noel Gallagher-Zitat als Schlusswort: "Ich würde nie versuchen das perferkte Album abzuliefern. Was sollte denn bitte danach noch kommen? Unser aktuelles Album ist super, das nächste wird noch besser!" Nehmen wir es als Versprechen.
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Autor: schmbü
Quelle: earl-grey-hot.de
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